Oh, what a night

Februar 14, 2009 von tatortbilk

Endlich schlafen dachte ich mir letzte Nacht um viertel vor eins. Handy liegt im Wohnzimmer, ich brauche samstags keinen Wecker.

Um 1.25 Uhr werde ich wach, mein zurückhaltender SMS-Ton trötet vom Wohnzimmer ins Schlafzimmer. Eine wirre SMS von einem guten Freund. Wir telefonieren zur Klarstellung, er bedroht mich mit Geburtstagsaktivitäten und berichtet merklich betrunken von seinem bizarren Abend.

Während dessen stelle ich fest, dass irgendwo in meinem Haus irgendwer eine wilde, laute Party feiert. Egal, ich will ja schlafen und mich nicht aufregen.

Um 5.30 Uhr werde ich wach. Die Partygäste singen Karaoke. „Niemals geht man so ganz“ von Trude Herr. Im Haus ist die Hölle los. Irgendjemand ist ebenfalls genervt von der Party, hämmert an die Wand. Irgendwo klingelt es. Einmal fröhliches Lärmen im Treppenhaus. Ich will aber trotzdem schlafen. Mist.

Allein, allein

Februar 12, 2009 von tatortbilk

Tag 1: Verwirrt-Unentschlossen.

Tag 2: Optimistisch-wütend.

Tag 3: Albern-überheblich.

Tag 4: Gleichgültig.

Tag 5: Aufgewühlt.

Tag 6: Depressiv-traurig. Aua.

Ich komme nicht klar. Wobei, zur Allein-Depression-Trauer-Nummer kommen noch etwa 1000 Verstärker.

Alltagskuriositäten

Februar 7, 2009 von tatortbilk
  • Ich stehe bei Media Markt, ich lasse mich via Kopfhörer von The Jam – Going Undergound beschallen. Das Lied ist vorbei, ich nehme wieder Nebengeräusche wahr. Ein Armlänge entfernt steht Verkaufspersonal. Eine Frau spricht ihn an und fragt nach der CD von Olaf Henning. YES! Endlich habe ich den Beweis: Beschissene Schlagermusik wird gekauft und zwar von echten Menschen. Die tragen dann zwar hellblaue Winterjacken, sehen sonst aber ganz realistisch aus. X-Akte geschlossen.
  • Straßenbahn 704, ein älterer Mann steigt ein. Man sieht deutlich, dass er sich Mühe gibt jünger zu wirken und man sieht ebenfalls, dass er seinen Lebensunterhalt nicht mit Konservendosen stapeln oder Pfandflaschen sammeln verdient hat. Sein Handy klingelt, es geht los. Am Telefon offensichtlich seine Frau, evtl. auch die 2o Jahre jüngere Lebensgefährtin. Ja, und ich höre zu, wenn jemand 50 cm von mir entfernt in sein Mobiltelefon schreit. Bewusst, mit interessiertem Blick. Also, er wäre beim Friseur gewesen, sähe ganz gut aus. Klar. Unerträglich wäre nur die Tatsache, dass nach dem Haare schneiden überall kleine Härchen auf dem Pulli landen würden. Er hätte schon vorgesorgt und extra nicht den schwarzen Cashmere-Pulli angezogen, sondern den blauen Cashmere-Rolli. Da war der Moment erreicht in dem ich auf meine Unterlippe beißen und mich wegdrehen musste, damit der silbergraue Herr der Entgleisung meiner Gesichtszüge nicht folgen konnte. Ich kichere jetzt noch. Das Leben ist schon hart.

Er ist weg…

Februar 6, 2009 von tatortbilk

… und ich bin wieder allein, allein.

(Frei nach den Fantastischen Vier)

up and down and up and down and up and down

Februar 5, 2009 von tatortbilk

Meine Stimmungsschwankungen beschränken sich momentan auf ein gepflegtes „Juhu, geht doch“ und ein lebensverneinendes „Ich schaffe das alles nicht“. Das wechselt mal im Sekundentakt, dann fühle ich mich mal wieder komfortable zwölf Stunden überfordert und desillusioniert und dann, huch, gehts doch wieder.

Vielleicht wird das mit Ü30 besser.

Man kann sich ja allerhand einreden.

Sonntag, Sonntag

Februar 2, 2009 von tatortbilk

Gestern gabs einmal lecker Sonntag mit viel faul sein und, unfassbar aber wahr, einem gezielt ausgewähltem Film-Highlight.

Im Frühjahr 2008 hatte mich die Berichterstattung zu „Chiko“ so neugierig gemacht, dass ich ernsthaft überlegt hatte ins Kino zu gehen. Ich habe den Plan zwar wieder verworfen, wollte „Chiko“ jedoch auf jeden Fall mal sehen.Natürlich auch wegen der Beteiligung von Reyhan Sahin aka Lady Bitch Ray, die ich auf eine merkwürdige Art und Weise richtig gut und keinesfalls schockierend o.ä. finde. Schlechtes Benehmen oder das was als „schlechtes Benehmen“ verstanden wird hat durchaus eine Tradition in den Medien, es kommt meines Erachtens nur auf den Blickwinkel an. Die Wohnästhetik einer einzelnen Frauentausch-Folge schockiert mich z.B. weitaus mehr als beispielsweise der Auftritt von Reyhan Sahin bei Schmidt & Pocher. Wie gesagt, der Blickwinkel.

Zurück zum Film. Ich habe mich lange nicht mehr so gut unterhalten gefühlt, habe mehrfach herzlich gelacht, gekichert, mitgefühlt, verabscheut, gehofft, gebangt, eben das, was ich von einem guten Film erwarte. „Chiko“ hat meinen Sonntag bereichert.

Zum Ausgleich gabs danach einen grundsoliden Abendspaziergang durch Bilk in Rekordzeit und ein paar optimistische Gedanken. Ich werde das schaffen mit dem 30., ich weiß das.

(Änderungen vorbehalten)

Die 30 wartet

Februar 1, 2009 von tatortbilk

In 34 Tagen werde ich 30. Noch vor einem halben Jahr dachte ich, dass das mich vollkommen unbeeindruckt lassen würde. Jetzt bin ich schlauer.

Nachdem ich im November eine Art To-Do-Liste für mich erstellt hatte, habe ich jetzt fast alles abgearbeitet. Nichts desto Trotz spinne ich fröhlich vor mich hin und reflektiere stetig und wild, gemeinsam mit meiner dienstältesten Freundin oder auch allein, und plane und verwerfe im Minutentakt.

Im Endeffekt bin ich quasi eine tickende und äußerst dünnhäutige Zeitbombe.

Rund um diesen Terminist mein Terminkalender privat wie auch beruflich bis zum Bersten befüllt, was meinem Befinden traditionell eher schadet.

Am Dienstag werde ich erstmals vor Gericht als Zeugin aussagen, ein Punkt meiner To-Do-Liste auf den ich locker hätte verzichten wollen. Aber Pflicht ist Pflicht, trotz Aufregung, da die Ursache der Verhandlung eben nicht Fahrraddiebstahl ist.

Dann folgen weitere funky Arbeits-Termine, der Auszug des Herzallerliebsten, usw., usf., und dann der Dreißigste.

Im Bereich der Planung der Festivität bin ich ebenfalls unentschlossen und für alle Menschen um mich rum wahrscheinlich, hm, sicherlich extrem nervig, da ich mich nicht entscheiden kann, ob ich den Geburtstag klassisch begehe, feiere auf Teufel komm raus oder mich krisengerecht demonstrativ verweigere (…aber heimlich auf eine Überraschungsparty hoffe).

Jetzt gerade im Moment ist mir die klassische Variante am sympathischten, d.h. ab 7.Februar alle in meinem Umfeld vollkommen bekloppt machen (vor dem 7.Februar darf ich nicht über meinen Geburtstag sprechen bzw. werde nicht gehört, wenn ich es doch tue. Diese eiserne Regel hat meine Mutter bereits noch vor meinem 10.Lebensjahr eingeführt.), dazu etwa drei Trilliarden utopische Wünsche äußern und ein Phantasiebild meiner Geburtstagsfestivität zeichnen, dem die Realität niemals gerecht werden kann.

Huch, ich bin schon auf dem besten Weg zur klassischen Variante.

Aaaaah.

Was.Wann.Wo

Dezember 6, 2008 von tatortbilk

Man unterstellt mir oft und gern, dass ich mich an jeden Mist erinnern könne. Und, ja, offensichtlich scheint dein Fünkchen Wahrheit dran zu sein.

Eine kleine Chronologie des Wahnsinns:

31.07.1983: Mein Vater wird 25 und bekommt von seinen Freunden einen selbstgebastelten Gartenzwerg in Menschengröße geschenkt. Ich hätte auch gern einen bekommen.

24.12.1987: Weihnachtsgeschenk: Der Jugend-Brockhaus. Ich habe mich nicht gefreut.

06.05.1988: Wandertag mit der Grundschule in den Tiergarten. Mein Bruder kommt zur Welt

17.10.1989: Meine erste Klausur als Gymnasiastin

10.11.1991 : Ich bin zuhause und verfolge den Tatort „Die chinesische Methode“, meine erste konkrete Tatort-Erinnerung

01.07.1993: Wandertag am Kleinstadt-Gymnasium, Einführung der neuen fünfstelligen Postleitzahlen

04.07.1993: Deutschland wird Basketball-Europameister und ich habe Hausarrest

31.10.1993: Besichtigung einer Skisprungschanze, Wetter war schlecht

26.02.1994: Einkaufsbummel in der nahegelegenen Großstadt

02.05.1995: Physik-Klausur. Ich bin immer noch verkatert und nicht vorbereitet

13.04.1996: Autounfall als Beifahrerin

08.05.1996: Friseurbesuch

26.06.1996: Meine Mutter und ich kaufen Bier (sie: Jever, ich: Becks) an einer ARAL-Tankstelle und verfolgen das EM-Halbfinale England vs. Deutschland im TV

02.10.1996: Ich besuche ein Konzert in Nürnberg

27.09.1998: Meine erste Bundestagswahl, ich stehe morgens früh auf und verharre den Rest des Tages vor dem Fernseher. Ich bin mir sicher, dass meine Stimme Gerhard Schröder zum Kanzler gemacht hat.

11.09.2001: Ich kündige meinen Job, steige ins Auto und schalte WDR5 ein. Ich erfahre von den schrecklichen Ereignissen in NYC. Ich fahre zu meinen Eltern, esse Ravioli und weiß nicht, wie es weiter geht. Ich glaube, dass sich so ziemlich jeder an diesen Tag erinnern kann.

19.12.2001: Ich stehe mit dem Auto auf dem Parkplatz eines Baumarkts in Essen und höre Radio. Gilbert Becaud war am Vortag verstorben.

25.07.2000: Eine Kurzzeitliebe beendet unsere Liebe während ich im TV vom Concorde-Absturz erfahre

22.09.2002: Ich trage einen roten Rollkragenpullover und wähle. Nachmittags und am Abend terrorisiere ich meine Eltern telefonisch und werfe ihnen vor, sie seien Schuld am Wahlsieg der CDU/CSU. Aufgewühlt schlafe ich früh ein.

23.09.2002: Mein Irrtum klärt sich auf und ich entschuldige mich bei meinen Eltern.

Das waren ein paar Daten, die mir so spontan einfallen. Ein bißchen wahnsinnig, ja.

Willkommen im ÖPNV-Wunderland

November 13, 2008 von tatortbilk

In den letzten Monaten habe ich gelernt mich mit dem ÖPNV zu arrangieren, d.h. immer vom worst case ausgehen und immer die sichere Verbindung nehmen.

Doch mit dem Beginn der kalten Jahreszeit wird es immer bizarrer. Meine Lieblings-S-Bahn am Morgen scheint ein Posten zu sein, der gern einfach mal so, natürlich ersatzlos, gestrichen wird. Die S-Bahn davor hat den Nachteil, dass ich dann etwa 22 Minuten auf den Bus warten muss, eine später bedeutet eine 95%ige Wahrscheinlichkeit den Bus, der nur halbstündlich verkehrt, zu verpassen und somit etwa 30 Minuten zu warten.

Wenn ich über diese Situation länger, also ausführlich, nachdenke, werde ich nicht nur ein bißchen wütend. Ich kann schließlich in meinem Beruf auch nicht einfach weil Helmut, Klaus oder Gerda krank sind, eine Dienstleistung am Kunden ausfallen lassen.

Apropos Dienstleistung, ich war heute wegen einer schrägen Einkauf-Geschichte in den Arkaden und war überrascht aufgrund großer Freudlichkeit und Entgegenkommen des Personals eines Bekleidungsgeschäfts für junge und junggebliebene Herren. Manchmal gehts doch auch einfach, selbst wenn es mir zur Zeit schwer fällt daran zu glauben.

Ich…

November 11, 2008 von tatortbilk

…kann nicht mehr. Ich fühle mich als hätte ich einen Hinkelstein auf den Gipfel des Mount Everest liefern müssen und wäre auf dem Rückweg von einer Planierraupe überfahren worden. Ächz.

Dafür sind heute zwei neue alte Elizabeth George Krimis in meinen Briefkasten gefallen, somit fehlen mir nur noch zwei um die komplette Reihe zu besitzen. Gerade lese ich „Denn sie betrügt man nicht“ von Frau George und war heute morgen in der S-Bahn so in das Buch vertieft, dass ich fast verpasst hätte auszusteigen. Diesen Teil der Reihe habe ich noch nie gelesen, war immer zu geizig 13 Euro auszugeben, da ich ja aus dem Buch danach ungefähr weiß, was passiert ist bzw. welche Folgen dieser Fall insbesondere für Barbara Havers hat.

Jetzt warte ich nur noch auf die Zustellung meines Benimmratgebers für junge Damen aus den 50er Jahren und hoffe, dass das genau jener ist, den ich vor etwa 15 Jahren an eine Freundin verliehen und niemals zurück bekommen hatte. Offensichtlich hat sie das Buch aber nicht gelesen, denn in diesem Buch hätte man ihr sicher empfohlen geliehene Gegenstände umgehend zurück zu geben. Hah!